20 Jahre Namestorm
Seit 2005 im Sturm der Namen
Wir entwickeln seit 20 Jahren Namen und knacken komplexe Benennungsaufgaben. Für Startups, Gründungs-Teams, Unternehmen und Konzerne, für Produkte, Marken und Filme. Auch unser Team ist gewachsen, genauso wie die Methoden. Geblieben ist der Anspruch: immer den richtigen Namen finden, hinter dem alle stehen.
Wollen Sie wissen wie die Reise wirklich war? Der persönliche Rückblick auf 20 Namestorm von Mark Leiblein in Kürze im Namestorm Newsletter.
Mehr aus der Namestorm History
Inside NameStorm: Gilas persönlicher Rückblick auf 10 Jahre
Gila von Null auf Namensprofi
Wow – 10 Jahre bei Namestorm! Das hat mich selbst überrascht und dazu gebracht, einmal zurückzuschauen und über Spannendes rund um den Job als Namensfinderin zu berichten. Dabei darf ich auch ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und auf skurrile, schräge und glückliche Momente blicken. Wir starten mit der häufigsten Frage, die mir gestellt wird, wenn ich sage, was ich mache:
Wie um alles in der Welt wird man denn Namensfinderin?
Ich hatte schon immer ein Faible für Sprache, Worten und Texten. Als klassische Leseratte ständig mit der Nase in einem Buch und schon in der Grundschule in Deutsch eine Eins mit Stern. Da hatte ich noch keine Ahnung, wie diese Errungenschaften und der Umweg über ein Geographie-Studium mal in meinen späteren Beruf einfließen könnten.
Konkreter wurde das schon als Development Producerin bei verschiedenen Produktionsfirmen, für die ich neue TV-Formate und dabei schon den ein oder anderen Titel (er)finden durfte. Das hat mir immer großen Spaß gemacht und zu wunderbaren Titeln wie „5 Zimmer – 1 Gewinner“ oder „Iss oder Quizz“ geführt. Über ein besonders kniffliges Titel-Projekt lernte ich Mark Leiblein und Marcel Hiller kennen, die mich dabei unterstützten.
Ich weiß noch, wie mich die Erkenntnis, dass man allein vom Titel- und Namenfinden leben kann, schlicht vom Hocker haute. Es dauerte dann auch nicht lange, nämlich genau bis zum nächsten Merger in der Medienbranche: ich verlor meinen Job und klopfte wieder beier Naming Agentur Namestorm anklopfte. Ob sie zufällig noch eine begeisterte Buchstabenbastlerin gebrauchen könnten? Ich hätte Zeit und Lust, das mal auszuprobieren.
Wir starteten mit den ersten Projekten im Juli 2015, einem Filmtitel für eine norwegische Kinokomödie (Kill Billy) und einer Kosmetikmarke (L.O.V). Es folgten das Naming für einen Auto-Check für Gebrauchtwagen (CarCert) und einen Raumluftreiniger (Airvenue).
Das war er – mein Traumjob! Den ganzen Tag Scrabble spielen und damit den Lebensunterhalt verdienen? Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Es geht um weit mehr als nur Buchstaben hin- und herzuschieben. Ich musste mich mit Markenrecherche, Warenklassen und rechtlichen Grundlagen vertraut machen – und mich intensiv mit der Frage beschäftigen, wie man immer wieder zu starken Namensideen kommt. Genau das ist übrigens auch die zweithäufigste Frage, die mir in Bezug auf meinen Berufs gestellt wird:
Wie kommt man nach 10 Jahren immer noch auf neue Ideen?
Die Antwort ist einfach: mit Methode. Mit Kreativmethoden und jeder Menge Tricks, die das Gehirn davon abhalten, immer wieder in dieselbe Richtung zu denken. Vielleicht war das sogar einer meiner wichtigsten Beiträge in den letzten zehn Jahren: das Einbringen von Methoden, die uns nicht einrosten lassen, sondern immer wieder zu neuen Ansätzen führen. Da werden schon mal Hüte aus Geschenkpapier gebastelt um den Kopf in den Kreativmodus zu bringen oder nach Worten gesucht, die genau das Gegenteil beschreiben, was das Produkt eigentlich kann.
Die gesamte Abfolge von Kreativprozessen und -techniken führte schließlich dazu, dass wir die „Namestorm-Methode zur Namensentwicklung“ konzipierten und veröffentlichten. Es wurde die – nach unserem Wissen – erste echte Methode, die Unternehmen anwenden können, um in fünf klaren Schritten zu einem starken Namen zu gelangen. Sie basiert auf unserer Überzeugung: Mit der richtigen Vorgehensweise kann jede:r in die Lage versetzt werden, namenskreativ zu sein! Darüber durfte ich mich mit der Moderatorin Anja Mörk im Podcast Das kreative Chaos unterhalten.
Auch unser Team bringen die Methoden immer wieder auf überraschend neue Gedanken und Ideen – ihr kreatives Potenzial scheint unerschöpflich. Und inzwischen gibt’s Zuwachs: Die KI wurde kurzerhand als neues Teammitglied und Brain aufgenommen. Sie hilft uns unter anderem beim akribischen Recherchieren von Wortbausteinen, Inspirieren und Beantworten spezieller Suchanfragen, die händisch kaum machbar wären. Auch wenn KI ein hilfreiches und faszinierendes Werkzeug für uns geworden ist – es ist nur ein Werkzeug und der entscheidende Funke entsteht oft erst im Gespräch: aus einem Gedanken, Impuls, etwas „zwischen den Zeilen“ oder einem Bauchgefühl mitten im Prozess und im Austausch mit unseren Kund:innen.
Was waren die größten Herausforderungen in deinem Job?
Die größte Herausforderung bis heute ist das Herauskitzeln der besten Lösung für jedes Projekt. Man kann so kreativ sein wie man will und Ideen ohne Ende generieren, am Ende müssen alle durch das Nadelöhr der Wünsche des Kunden und des Machbaren – rechtlich, sprachlich, inhaltlich – hindurch schlüpfen.
Dieser Naming-Prozess, den wir stetig verbessern und weiterentwickeln, ist das A und O bei jedem unserer Namensprojekte. Ob es 70 Lehrkräfte sind, die am Naming für einen neuen Schulzweig beteiligt werden sollen oder 14 verschiedene Länder eines Konzerns, die gemeinsam über einen Produktnamen entscheiden: am Ende steht ein Name aus wenigen Buchstaben, auf den sich alle einigen müssen. Den Namen, bei dem 41 Leute gleichzeitig vom Stuhl springen und spontan Heureka! schreien, gibt es dabei nicht. Dazu sind die Erwartungen, Anforderungen, Geschmäcker zu vielschichtig. Das muss man immer im Hinterkopf haben und die Namensuchenden behutsam und mit den richtigen Techniken auf dieser spannenden Reise begleiten.
Und selbst wenn alles bedacht ist, der Prozess gut aufgesetzt und die vielversprechenden Namensideen durch mehrere internationale Prüfrunden durchgeschleust wurden, bleibt eine Komponente immer bestehen: der menschliche Faktor. Denn Namen sind emotional. Wie das „Baby“ heißt, lässt niemanden kalt, so dass die Emotionen auch mal hohe Wellen schlagen. Da heißt es: ruhig bleiben und einen kühlen, kreativen Kopf bewahren. Manchmal braucht es noch eine Extrarunde, um alle auf Kurs zu bringen; aber am Ende finden wir eine Lösung, die überzeugt und schließlich auch begeistert.
Gab es Momente, in denen man an seinem Job zweifelt?
Zum Glück wenige, aber ja diese gab es auch. Wenn man zum Beispiel in wochenlanger Arbeit für ein sehr herausforderndes Thema mit weltweiter Markenrecherche 12 sehr verschiedene, alle Aspekte beinhaltende, Namen präsentiert und diese dann von jemanden aus dem Team mit einem – „also da war ja jetzt noch nix dabei“ vom Tisch gewischt werden, ist das natürlich erst einmal frustrierend.
Oder wenn mitten im kreativen Prozess eine KI-generierte Ideenliste in die Runde geworfen und gefragt wird, warum wir denn nicht auf solch einfache Ideen gekommen sind. Ich brauche nicht zu erklären, dass die meisten naheliegenden Begriffe und Ansätze rechtlich nicht machbar sind oder aus anderen Gründen einfach nicht überzeugen. Dennoch muss man in so einer Situation die Leute wieder einfangen und klar machen, dass Naming eben doch mehr ist als mit ChatGPT nette Begriffe oder bunte Wortlisten sammeln. Es sind „nur“ ein paar Buchstaben, die den Namen am Ende ausmachen – aber die müssen sitzen: inhaltlich, rechtlich, sprachlich und emotional.
Easy? Alles andere. Aber das ist ja das Tolle, sonst könnte es ja jede und jeder machen!
Das Problem ist meist nicht ein Mangel an Ideen, sondern dass im kreativen Prozess nicht alles vorausberechenbar ist. Eine gewisse Unsicherheit muss man zunächst aushalten und darauf vertrauen, dass der Prozess funktioniert. Diese Unsicherheit und Zweifel treten gefühlt in den letzten Jahren häufiger auf – in unsicheren Zeiten erscheint jede Entscheidung schwieriger. Wenn man das allerdings geschafft hat, ist die Erleichterung groß und der Name beginnt sofort ein Eigenleben zu entwickeln und sich emotional positiv aufzuladen.
Das ist dann das große Glück bei diesem Job.
Was war denn der schönste Moment?
Da gab es Gott sei Dank viele! Immer dann, wenn die Entscheidung auf einen tollen Namen fällt – und wir diesen live und in Farbe auf Webseiten, Produkten, Logos, im Kino oder Laden stehen sehen (Oriniq) oder sie schmecken können (Mustimo) macht das einfach Freude.
Für mich persönlich sicher einer der schönsten Momente war das Erscheinen unseres Buches zur Namensentwicklung „Starke Namen“, das ich im November 2020 gemeinsam mit Mark Leiblein veröffentlicht habe. Wir haben die herausfordernde Zeit der Corona-Pandemie genutzt, innerhalb von eineinhalb Jahren den Traum von einem Praxishandbuch über unserer Namestorm-Methode zu verwirklichen. Eine Herausforderung, die wir trotz aller Vorbereitung und Organisation unterschätzt haben. Einen (oder DEN) Trick kann ich für alle verraten, die ähnliches vorhaben: Friday is Write-day! Die Freitage waren über ein Jahr lang komplett fürs Schreiben – und die gegenseitige Abstimmung darüber – reserviert. Sonst hätten wir das Buch wahrscheinlich bis heute nicht veröffentlicht. Ein glücklicher und stolzer Moment war das frisch gedruckte Buch endlich in Händen zu halten:
Gibt es sowas wie Berufskrankheiten oder sonstige Auswirkungen des Jobs?
Ja die gibt’s! Man schaut natürlich bei allen Namen, die einem im Alltag und im Geschäftsleben begegnen, besonders genau hin. Fragt sich, was damit gemeint ist oder wie die Idee wohl zustande gekommen ist. Ich freue mich immer über gelungene oder außergewöhnliche Namen, auch wenn sie nicht aus der eigenen Feder stammen – Carl und Carla für eine Autovermietung oder Lemonade für eine Versicherung fallen mir da ein. Gelungen, weil z.B. Hinweise auf das Thema enthalten sind oder nach dem Apple-Prinzip einfach ein frisches Bild im Kopf ankommt.
Dass Namen machen hat aber noch andere Nebenwirkungen, zum Beispiel, dass man blitzschnell Buchstaben verdreht und während des Sprechens Worte in Quatsch verwandelt – oder ganze Sprichwörter neu erfindet: „Da läuft der Hase schief“, „Das Pferd schießt sich von hinten tot“ oder man muss „erstmal den Bart um den Mund schmieren“.
Ach ja, und niemand möchte mehr Scrabble gegen mich spielen. Aber ansonsten bringt es eigentlich nur Gutes hervor, denn ich habe die Freiheit, mich kreativ auszuleben und meine vorhandenen Talente genau da einzusetzen, wo sie gebraucht werden.
„Schon wieder ein Staubsauger“. Wird das nicht langweilig?
Nein, definitiv nicht. Die grundsätzliche Aufgabe – das Namen entwickeln – ist zwar immer die gleiche, aber wirklich jedes einzelne Projekt bringt immer ganz neue oder andere Herausforderungen mit sich. Mal sind es eben 70 Personen, die an der Namensidee beteiligt werden sollen oder der Name darf nur exakt 7 Buchstaben haben, damit sie auf das Produkt passen. Oder man darf einen aus Jahrzehnten gewachsenen Wildwuchs an technischen Abkürzungen in ein stimmiges Namenssystem überführen – und dabei auf keinen Fall den Buchstaben Z verwenden.
Natürlich gibt es Themen, die einem von Beginn an mehr ansprechen als andere. Hoch technische Themen wirken vielleicht erstmal nicht so spannend wie neues Parfum oder ein neuer schmackhafter Obstbrand.
Aber genau darum geht es ja: an jedes Thema, ob eine Klärschlammzentrifuge, ein Staubsauger oder die digitale Innovation in der Baumaschinenvermietung, mit der gleichen Begeisterung heranzugehen und das beste Ergebnis herauszukitzeln. Und das soll und kann immer noch besser werden.
Zusätzlich darf ich auch als Lehrbeauftragte Studierenden das kreative Arbeiten näherbringen und für Fraunhofer Ventures als Name Coach Deeptec-Startups beraten. Ich freu mich auf die nächsten Namestorm-Jahre mit einem tollen Namensfinder-Team, mit dem es immer spannend bleibt und das mich in jeder Hinsicht motiviert, inspiriert und unterstützt. Danke Euch, ihr lieben Namenstormer – weiter geht’s!!
Blick zurück: Unsere Meilensteine zum 10-Jährigen
Vom Hundefutter über Software und Lippenstift bis zur Gasturbine
Im Herbst 2005 startete Mark Leiblein zusammen mit Marcel Hiller unter der Marke Namestorm mit der Entwicklung von Filmtiteln. Schon kurz darauf folgten erste Namensfindungs-Projekte für Gründer und Unternehmen. In den folgenden Jahren erweiterte Namestorm den Service auf die Namensfindung von Marken aller Art und quer durch aller Branchen.
Es ist spannend wie am ersten Tag, wenn ein Kunde mit seinem Projekt bei uns anklopft. „Häufig sind es Geschäftsideen, die einen von Anfang an begeistern. Oft kommen wir aber auch mit Themen in Berührung, die wir noch gar nicht kannten“, sagt Mark Leiblein. „Beides macht Spaß und am Ende ist es wohl die Mischung unterschiedlicher Branchen, Kunden und Projekte, die die Arbeit für uns so spannend macht.
Stillstand ist Rückschritt
Für Mark und sein Team ist es besonders wichtig, alle Prozesse bis hin zu den Kreativmethoden ständig zu hinterfragen, zu variieren und zu optimieren. Der Fundus an „geheimem“ Wissen zur Namensfindung und an individuellen Wegen, zügig und unbeschadet zum heiß ersehnten Markenschutz zu kommen, ist mittlerweile groß geworden. Alle Kunden profitieren natürlich davon, indem sie Geld für unnötige Prüfungen sparen, schneller zu einer Namensentscheidung im Team gelangen oder Namensvorschläge erhalten, die am Ende auch widerspruchsfrei als Marke geschützt werden.
Auch für Name-it-yourself gibt es eine Lösung
Vor ein paar Jahren kam die erste Version des Namensportals NameRobot auf den Markt, mit dessen Hilfe jeder auf eigene Faust Namen kreieren und prüfen kann. Damals eine vollkommen neue Möglichkeit, einen Teil der hunderttausenden von Namen zu erfinden, die jährlich für neue Unternehmen, Produkte, Marken und sonstige Projekte gesucht werden. Man freute sich diese zusätzliche Lösung Namenssuchenden in aller Welt anbieten zu können. Denn die Projekt-Kapazitäten von Namestorm sind nun einmal begrenzt und der Fokus auf die professionelle Beratung und Begleitung gerichtet.
Ein neuer Weg zum perfekten Namen
Auch offline ging es mit neuen Projekten weiter. So hatten sich Mark Leiblein, Marcel Hiller und Gila Dassel zum Workshop-Trainer ausbilden lassen und tüftelten an speziellen Workshop-Designs zur Namensfindung. „Für uns ist es letztendlich nicht wichtig, auf welchem Weg wir gemeinsam mit dem Kunden zum Namen kommen. Ob ein Name aus unseren Vorschlägen gewählt wird oder wir einem Team auf die Sprünge helfen, spielt keine Rolle. Hauptsache, am Ende steht der ideale Name, mit dem alle happy sind“, betont Namensfinder Marcel Hiller.
Nur eine Automarke fehlt (nicht mehr*)
Es gibt wenige Branchen, mit denen Namestorm in seinen ersten zehn Jahren noch nicht in Berührung kam. Auch Namings für Produkte von Autozulieferern waren dabei, nur noch keine neue Automarke. Der Appell an die Autohersteller lautete daher damals: sollten Sie einen schicken Namen für Ihre neue Automarke suchen, kommen sie zu Namestorm. Wir warten sehnsüchtig auf Sie.
Ein herzlichen Dank an alle Kunden und Kundinnen, Partner und Mitarbeitende für die erste Dekade Namestorm!
*unser Aufruf wurde erhört und führte zu einer ganzen Reihe neuer Fahrzeugnamen wie z.B. Pantiga und weitere.
Weitere Beiträge: